Theater TKO Köln

Courage - Überlebensstrategien von Müttern

Ein Theaterprojekt von Nada Kokotovic und Christel Jörges

 
22.07.2003
Theater Tiefrot Köln

Regie, Choreographie und Bühne: Nada Kokotovic
Kostüme: Dana Horvat-Schaller
Dramaturgie: Christel Jörges
Regieassistenz: Marina Jung

Es spielen:
Isabella Archan, Zeljka Basic-Savic, Gabriele Brüning, Marina Jung,
Anna Simmering und Katharina Waldau

In der Aufführung wird Deutsch und Kroatisch gesprochen


Große Mutterfiguren der Theaterliteratur sind in ihrer Ambivalenz ungewöhnliche "Heldinnen":
die kindermordende Medea von Heiner Müller, Mutter Courage von Bertolt Brecht, Wassa Shelesnowa von Maxim Gorki, Nora von Henrik Ibsen oder Marta von Snajder. Sie alle verbindet, dass sie ihre Kinder nicht "retten" können, um ihren vermeintlichen Egoismus zu befriedigen, dass sie viel mehr verlieren als was sie zu gewinnen hofften.
"Die wirklich wichtigen Fragen wird die Mutter in die Hände der Frau legen, weil sie ein Wesen ist, das baut und gebiert und nicht tötet und zerstört." (Marta)

"Ich lass' mir den Krieg von euch nicht madig machen. Es heißt, er vertilgt die Schwachen, aber die sind auch hin im Frieden. Nur, der Krieg ernährt seine Leut besser." (Anna Fierling)

"Alle Mütter sind wunderbar. Große Sünderinnen, aber auch - große Dulderinnen. Gottes Gericht wird schrecklich sein, aber vor den Menschen - bereue ich nichts." (Wassa Shelesnowa)

"Unser Zuhause war nichts anderes als eine Spielstube. ich war deine Puppenfrau, wie ich Papas Puppenkind war. Und die Kinder wiederum waren meine Puppen... Ich muss allein sein." (Nora)

"Willst du sie wiederhaben deine Söhne, dein sind sie was kann man sein deiner Sklavin. Alles an mir dein Werkzeug alles aus mir. Für dich hab ich getötet und geboren." (Medea)

Diese Mutterfiguren sind vor allem eines: Täterinnen. Scheinbar als unerotisches Pendant zur femme fatale - die freiheitssüchtige Solistin, die die Männer in den Abgrund reißt - verkörpern sie Tugenden, die sich mit der erotischen und begehrenden Seite der Weiblichkeit als nicht vereinbar erweisen. In dieser Textcollage werden die schmerzhaften Wunden dieser beiden Seiten von weiblicher mütterlicher Identität als Zerreißprobe thematisiert.

 
 
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